Die Ungarn werden tschechische Waffen herstellen

E15 (Tschechische Republik), 6. 4. 2018, Ondřej Souček

Die Waffen aus der Česká zbrojovka werden bald alle Armeen der Visegrád-Gruppe benutzen, neu auch die ungarische. Die Waffen werden der ungarischen Armee durch die dortige Gesellschaft M.o. D Arzenál geliefert, die von der CZ eine Lizenz gekauft hat.

Insgesamt 200 Tsd. Handwaffen zum Wert von ein hundert Millionen Kronen produziert die ungarische Staatsgesellschaft M.o. D. Arzenál aufgrund einer zehnjährigen tschechischen Lizenz. Sie kaufte diese Lizenz für einen nicht veröffentlichten Betrag von der Gesellschaft CZ Export Praha, dem Tochterunternehmen der CZ aus Uherský Brod. Das ungarische Unternehmen wird auch Pistolen der Reihe P-07/09, Maschinenpistolen Scorpion und Sturmgewehre CZ Bren 2 produzieren, die insbesondere der dortigen Armee dienen werden.

„Es handelt sich um moderne Waffen, ihre Kampffähigkeit und Zuverlässigkeit wurden in mehr als hundert Ländern aus aller Welt erprobt, in die die Gesellschaft CZ diese Waffen exportiert.  Die Sturmgewehre aus der Familie Bren 2 hat auch die französische Antiterroreliteneinheit GIGN ausgewählt,“ so der Lubomír Kovařík, Präsident und Vorstandsvorsitzender der CZ.

In der ersten Etappe werden in Ungarn nur die Konstruktionsteile aus der CZ montiert, ab Januar werden dort bereits die kompletten Waffen hergestellt. Laut dem ungarischen Verteidigungsminister István Simicsk entstehen dank dem Kontrakt zwei hundert Arbeitsplätze und zugleich erlebt auch die dortige Waffenindustrie ihre Renaissance.

Der Kontrakt wurde in Budapest am 28. März unterschrieben, also am Tag der Tagung der Verteidigungsminister der V-4 in der ungarischen Metropole. „Es freut mich, dass ich mit dem Simicsk dem Lizenzverkauf unsere Schirmherrschaft bieten und somit die tschechische Verteidigungsindustrie unterstützen konnte“, sagte für die Tageszeitung E15 die demissionierte Verteidigungsministerin Karla Šlechtová und fügte bei, dass die Produkte der CZ bereits alle Länder der Visegrád-Gruppe verwenden.

Neunzig Prozent der Aktien der CZ besitzt die Gesellschaft EHC CZUB, SE, die der Unternehmer René Holeček beherrscht, die restlichen zehn Prozent gehören den Vorständen. Die Firma mit einer Tradition seit 1936 produziert nicht nur in dem Mutterunternehmen, sondern auch in Brno, in der Slowakei und USA.

Foto Beschreibung| Lizenz.

Chef der CZ Lubomír Kovařík führt die Maschinenpistole Scorpion vor, eine der Handwaffen, die in der tschechischen Lizenz in Ungarn produziert werden.

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