CZ liefert der tschechischen Armee neue Handgranaten

Die tschechische Armee wird mit neuen, modernen Handgranaten ausgerüstet. Lieferant wird das einheimische Unternehmen Česká zbrojovka a.s. sein. Es konnte das Auswahlverfahren durch Abgabe des besten Preisangebots gewinnen.

„Die Auswahlparameter waren sehr hoch angesetzt, die Armee spezifizierte die technischen und Anwenderparameter und Anforderungen an die Granaten detailliert. Klares Ziel war die Auswahl eines modernen aber bewährten und wirksamen Mittels, welches einerseits die gegenwärtige Sicherheitsgefahr und andererseits den Bedarf der Soldaten in Kampfoperationen reflektiert“, sagte Petr Vávra, der Leiter der Militärabteilung der CZ.

Im Auswahlverfahren trafen sich bedeutende Produzenten der NATO-Länder. „Es ist nicht einfach, unter solchen Wettbewerbern erfolgreich zu sein und deshalb freut es mich als ehemaligen Soldaten persönlich, dass die tschechischen Soldaten weitere moderne Ausrüstung erhalten“, ergänzte P. Vávra. Hersteller der Handgranaten ist das Unternehmen Rheinmetall Waffe Munition, strategischer Partner der CZ. „Mit dem Unternehmen Rheinmetall arbeiten wir schon fast 10 Jahre in verschiedenen Projekten zusammen. Seine Qualitätsmunition hilft uns beim Verkauf des Unterlauf-Granatenwerfers CZ 805 G1 der Produktion der CZ und wir helfen ihnen beim Munitionsverkauf“, erklärte er. CZ plant den Transfer der Granatenproduktion in die Tschechische Republik und dies auch für den Fall einer Mobilisierung und Krisenzuständen des Staates. Für das Projekt der Handgranaten rechnet sie bei der Produktion mit der Zusammenarbeit mit dem staatlichen Betrieb Explosia a.s. „Das ist für uns ein sehr interessanter Partner, dessen Portfolio unser Programm der komplexen Ausrüstung von Spezialeinheiten ergänzt. Gegenwärtig haben wir in drei Ländern gemeinsame Angebote“, fügte P. Vávra hinzu.

Die Armee der Tschechischen Republik benutzt heute die Universalhandgranate Muster 86 (URG 86) und Reste der Abwehrhandgranaten F1. Beide Varianten sind schon veraltet. Bei den Granaten URG 86 traten sogar bei einer im slowakischen Betrieb VOP Nováky produzierten Charge Qualitätsprobleme auf und ihre Anwendung wurde in der slowakischen Armee eingestellt. Die Armee trat neu vom Konzept der kombinierten Granate mit Möglichkeit der Änderung der Zündung nach Auffallen oder mit Verspätung, wie es bei der URG 86 war, zurück. Die neuen Granaten werden mit Zeitzünder ausgestattet, der sie innerhalb 4 - 5 Sekunden zündet. Die neuen Granaten sind kleiner und leichter, das erhöht den Komfort für den Soldaten beim Tragen der Ausrüstung, bzw. erlaubt ihm, mehr Granaten zu tragen. Die Gewichtseinsparung ist wirklich enorm. Die URG 86 wiegt etwa 430 g und die Granate F1 sogar 600 g. Die neu eingeführten Granaten wiegen in der Angriffsvariante mit Splittern ca. 340 g und die Angriffssprengvariante sogar nur ca. 180 g. Trotz Gewichtseinsparung wurden große und wirksame Druckwellen erreicht. Gegenwärtig wird bei der Splittervariante die Fragmentanzahl von ca. 1.200 auf ca. 3.500 Stück erhöht. Insbesondere die Angriffssprengvarianten der Granaten fehlten der Armee für Aktionen in bebauten Gegenden, beim Eindringen in Gebäude und Sonderobjekte. Lieferbestandteil der scharfen Granaten werden auch Schulungs- und Übungsvarianten, die Trainingsdokumentation und andere Dokumentation sein.

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