Leistungsfähigkeit einer großen Waffe in subkompakter Ausführung: CZ 2075 RAMI

Ich trainiere und nehme an Wettbewerben teil mit allen Typen von Pistolen CZ. Von meinem Modell Tactical Sport im Kaliber .40S&W und Shadow 9mm für Wettbewerb USPSA bis zu P09, P07 und CZ 75 PCR für Unterricht im Pistolenschießen, wo ich diesen bei meiner Gesellschaft CTT-Solutions LLC unterrichte. Mit meinen allen Waffen von CZ erreichte ich außerordentliche Leistungen, es wurde mir jedoch klar, dass ich niemals die 2075 RAMI ordentlich ausprobierte, und so entschied ich mich, dieses zu ändern. Es gibt wahrlich nur wenige CZ Pistolen, die ich nicht besitze und es kam die Zeit, auch in die RAMI zu investieren. Ich kaufte mir das Modell BD (Ausführung mit Entspannen des Schlagstücks) im Kaliber 9mm, den Kauf realisierte ich über CZ Custom Shop in Mesa AZ, USA. Die Waffe kam mit werksmäßig installierter Nachtvisierung und ich ließ sie in CZC, damit sie mir dort noch den Abzug abstimmen (und die Oberfläche des Rahmes so anpassen, wie ich es bei 2 anderen Modellen CZ mit Entspannen des Schlagstücks habe, die ich oft benutze: 75BD Police und Pro-Tek 1—kundenspezifisch gebaute 75C PCR von der Gesellschaft CZ Custom). Sie führten so ziemlich sämtliche Büchsenmacherarbeiten an meinen Waffen für Wettbewerb, für Unterweisung und für tägliches Tragen durch und sie sind mit Sicherheit jeden Penny und jede Wartezeit wert, die ich ihnen schenkte. Die RAMI gibt es auch im Kaliber .40S&W zur Verfügung, ich spürte jedoch, dass die Kombination mit um 2 Patronen höherer Magazinkapazität, relativer Wirksamkeit der modernen Expansionsmunition und gesteigertem Schießkomfort war ein weiterer Grund, um Kaliber 9mm auszuwählen.

 

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Die Pistole geht aus der Konstruktion der CZ 75 hervor, sie ist aber geistiges Kind von Radek Hauerland und Milan Trkulja, erstmals stand sie zur Verfügung im Jahre 2007. Die Bezeichnung stammt aus den ersten zwei Buchstaben der Vornamen der beiden Konstrukteure. Die eigentliche Pistole war im Grunde ein Ableger des Projektes CZ/ Colt Z40 in Kombination mit der aus dem Projekt der kompakten Pistole für die Polizei CZ 75 D COMPACT (P-01) gewonnenen Belehrung, das ist aber ein vollkommen anderes Thema. Die 2075 verwendet ein modifiziertes System der Verriegelung des Verschlusses Typ Browning, das auf der Grundlage des Rücklaufs arbeitet, wobei der Lauf in das Auswurffenster im Verschluss mittels des „quaderförmigen“ Abschlusses verschlossen wird. Es ähnelt sehr dem System, wie es bei den Pistolen Sig oder Glock vorhanden ist. Der Rahmen ist ein Schmiedestück aus Aluminium 7075T6, der Verschluss ist aus Hartstahl und der Lauf wird kalt geschmiedet. Der Abzugsmechanismus ist entweder in Standardausführung CZ75 DA/SA mit Spannen und Absichern mittels manueller Sicherung oder DA/SA mit Entspannen des Schlagstücks, was meine Wahl war. Für persönliches, verdecktes Tragen ziehe ich Waffen mit Abzugssystem DA/SA vor und sofern sie zur Verfügung ist, dann wähle ich die Variante mit Entspannen des Schlagstücks. Die Konstruktion der Rückholfeder hat innere Feder zur Führung dieser Feder und äußere Hauptrückholfeder, von der ich annehme, dass sie beim Schießen mit solcher kompakten und wirksamen Waffe dieser Größenordnung erheblich bei der Meisterung des wahrgenommenen Rückstoßes mithilft.

 

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Von Anbeginn fing ich mit ihr so zu schießen, wie ich es mit allen meinen neuen Waffen tue, und zwar langsames Schießen auf 25 Yards (22,86 m) 10 Schuss mit einer Patrone nach der anderen auf Schießscheibe B8. Ich bin so ziemlich ein “Zero Snob” und bringe es nicht fertig, eine Pistole zu tolerieren, die aufgrund einer schlechten Einstellung der Visiere das Geschoss nicht dorthin setzt, wohin es die Visiere angeben, wo es hätte sein müssen. Alle Schüsse wurden in SA-Modus mit Halten auf „6 Uhr“ abgefeuert und zu meiner Überraschung erzielte ich 2x 92 Punkte mit Treffergruppe in unterem Teil des schwarzen Feldes. Die Waffe wurde ab Werk auf ungefähr +1.5-2” auf Entfernung 25 m eingestellt und bei korrekter Haltung brachte weitere Gruppe 96 Punkte. Das machte auf mich großen Eindruck. Visiere bei subkompakter Pistole perfekt direkt vom Werk eingestellt zu haben ist außergewöhnlich und erste Eindrücke oft siegen oder werden gerade deswegen nicht erfüllt.

 

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Das ist ein weiterer Grund, warum ich aus CZ Waffen schieße. Sorgfältige Aufmerksamkeit den Details gegenüber so, wie sie ihren, in der Fabrik hegestellten Waffen zugewendet wird, macht diese bereits ab der ersten Schussabgabe sehr verlässlich. Der Verschluss wurde von der Gesellschaft CZ Custom nicht angetastet, so dass das, was ich „direkt aus dem Regal“ (keine speziell ausgesuchte Waffe von CZ) kaufte, war derart, wie man voraussetzt, und zwar mit ordnungsgemäß seitlich und höhenmäßig eingestellten Visieren. Nachfolgend nahm ich verkleinerte metrische Zielscheibe USPSA und stellte sie auf 50 Yards (45,72 m) und schoss auf sie. Sobald ich richtige Haltung erreichte, so wurden die Treffer konsistent und relativ einfach. Jede Waffe mit kurzer Länge der Visierlinie macht das Schießen auf größere Entfernung schwierig, aber die Einstellung der Visiere und das Zusammenpassen des Laufes beseitigt viel von dieser Beschwerlichkeit, und zwar mit Rücksicht auf richtige und präzise mechanische Toleranzen. Die endgültige Prüfung der Leistungsfähigkeit beruhte im Verschießen von 10 verschiedenen Munitionsarten zwecks Vergewisserung, dass die zur Verteidigung getragene Waffe mit jeder Patrone zuverlässig ist. Hohlspitzgeschosse von sieben verschiedenen Marken funktionierten problemlos und drei Vertreter der um hartes, in Stahlbett eingebettetes Zündhütchen bereicherten russischen Munition hatten alle 100% positive Zündung.

 

Danach wurde die Waffe in das Holster von JM Custom Kydex eingelegt und ich begann mit dem Schießdrill und benutzte sie nachfolgend für das tagtägliche Tragen. Diese Waffe ist um etwas schwerer als Pistolen aus Kunststoff mit Schlagbolzen im kompakten oder subkompakten Format (wie etwa G26 oder M&P9C), aber das Mehrgewicht im geschmiedeten Rahmen aus Aluminium, zusammen damit, dass der Schuss aus dieser Pistole mittels des Schlagstücks geschieht, überaus recht den Rückstoß bändigt, und zwar auch mit der Dienstmunition 127 +P+ Winchester.

 

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Im Verlauf der letzten 4 Monate verschoss ich 4 000 dokumentierten Patronen. Und weil ich es jedem ermöglichte, wer Interesse während meines Unterrichts in der Zeit der Mittagspause aus meiner Pistole zu schießen hatte, beträgt die tatsächliche Anzahl der verschossenen Patronen weit über 4300, und dabei hatte weder ich noch wer auch immer, wer aus dieser Waffe schoss, nicht einmal einen einzigen Mangel … NICHT EINMAL EINEN VON BELIEBIGEM MANGELTYP. Und zwar beim Betrieb mit minimaler Wartung. Aus der Pistole wurden sofort, als ich sie erhielte, erste 1 000 Patronen verschossen, danach wurde sie gründlicher Reinigung unterzogen. Dann wurde sie nach ungefähr 2 500 Patronen gereinigt und zum Schluss wurde sie gereinigt und besichtigt, nach dem ich Verbrauch von 3 600 dokumentierten Patronen erreichte. Obwohl ich die äußere Rückfeder nicht austauschen musste, tauschte ich sie wohlan aus, weil sie ein wenig hinter dem Termin war, bei dem ich Feder bei meiner 1911 austausche, sodass ich es auch tat. Ein Unterschied war kaum erkennbar, aber es hat mit Rücksicht auf die Menge der verschossenen Patronen meiner Meinung nach wirklich Sinn.

 

Genauigkeit - 100%
Zuverlässigkeit - 100%
Widerstandsfähigkeit - 100%

 

Meine Bewertung dieser Waffe in ihrer gesamten Leistungsfähigkeit ist schlechthin positiv. Für eine Waffe im Kaliber 9 mm ist sie unglaublich feingängig und sie besitzt riesiges Potenzial in Genauigkeit. Viele Subkompakte weisen bei Gelegenheiten des Schießens mit höherer Dynamik Schwäche schon auf Grund bloßer Abmessungen auf. Diese Waffe enttäuscht sie bei Aufforderung zur Aktion nicht! Bei Unterricht einer Klasse in Pittsburgh demonstrierte ich Drill, der verlangt, dass Studenten zwei Patronen in den Bereich A (6”x11” vertikal orientiertes Rechteck) auf 2 Zielscheiben USPSA in Entfernung 10 Yards/9,14 m binnen 2,35 Sekunden oder weniger (für maximale Punktezahl und maximales Score) abfeuern. Ich schoss aus verdecktem Tragen mit meinem Holster JM Custom auf reine 2,38 und 2,00 mit einem Treffer im Bereich C. Die Einübung ist für das seitlich offene Holster und nicht für verdecktes Tragen vorgeschlagen, was oft ungefähr .25+ Sekunde zur Zeit des Schützen zufügt, ausgehend vom Niveau seiner Fertigkeit. Meine Zeiten und Score waren im Bezug auf die mit Pistole CZ 75 in voller Größe erreichten Werten sehr ordentlich, bis auf das Nachladen. Weil ich bei allen meinen Waffen mit Korn mit optischen Fasern schieße, so bin ich davon überzeugt, dass ich mit ihnen noch bessere Ergebnisse erreichen würde … weitere Sache, die man bei CZ Custom nachfragen sollte. Ich schoss mit Verwendung eines Magazins, das mit unterem Teil des Griffstücks bündig ist, nicht mit dem verlängerten Magazin mit dem Ansatz des Magazinbodens am Ende des Griffstücks, das diese Waffe noch mehr beachtungswerter macht, weil so hängt die Bewältigung des Rückstoßes nur an meinem Mittelfinger und Zeigefinger beider Hände ab.

 

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*Gegenerklärung* Ich bin ehemaliger Instrukteur bei Federal Air Marshal und half in den Jahren 2002-2003 dabei, diesen Dienst zu vervollkommnen, so dass ich damit wohl vertraut und bei diesen Prüfungen bedächtig bin, dass ich sie so anpasste, damit sie noch größere Herausforderung darstellen.

 

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Mit dem Ziel, gerechte Bewertung des vergleichbaren Niveaus der Schießeigenschaften zu gewinnen, schoss ich den von Angehörigen von Air Marshal (TPC; Tactical Pistol Course: http://dryfiretrainer.blogspot.com/2010/03/federal-air-marshal-tactical-pistol.html) verwendeten alten Schießtest. Und zwar aus Entfernung 10 Yards/9,14 m anstatt der standardmäßigen 7 Yards/6,4 m und mit Bereich A als Raum für mein maximales Score anstatt des ganzen standardmäßigen FBI-QIT-Targets /Typ der von FBI verwendeten Zielscheibe aus Pappe/ (siehe Foto mit Maßunterschieden). Was auch immer außerhalb des Bereiches A geht von 5 Punkten in 3 Punkte und Treffer im Bereich D werden als „ohne Treffer“ geführt. Den ganzen Ablauf dieses Schießkurses schoss ich mit 10-Schuss-Magazin, dessen Boden mit dem Griffstück bündig war. Die Entfernung wurde um 30% verlängert und ich erreichte dabei bei den ersten zwei Schießen, die ich schoss, perfekte Score mit 150 Treffern im Bereich A, was ich sowohl individuell als auch kumulativ schoss. Einziger, so ein wenig heikler Teil war das Nachladen, und zwar aufgrund des kleinen Griffstücks, was aber für beliebiges Subkompakt üblich ist. Weil diese Schießausbildung sehr wohl bekannter und ebenfalls viel respektierter Schießtest ist, so glaube ich, dass das Verschieben der Entfernung um 30% weiter und große Verkleinerung der Trefferbereiche viel über die Schießeigenschaften der Pistole CZ 2075 RAMI aussagen.

 

Bis auf das Nachladen schießt 2075 recht wie ihr älterer Bruder CZ 75, sie werden verblüfft sein. Davon bin ich überzeugt, denn wenn ich davon war ich überzeugt, als ich mit ihr modifizierten Kurs TPC schoss!

 

Pistoleer.com

 

Schießeigenschaften - 100%

 

Der Preis ist mit beliebten Pistolen dieser Klasse mit Rahmen aus Kunststoff vergleichbar, die mittels Schlagbolzen abfeuern und einzige „Zugabe“, die ich durchführte, war das, dass ich diese Pistole der Gesellschaft CZ Custom zwecks kleiner Abstimmung des Abzugs anvertraute, was sich in der Tat für das Aufgeld auszahlte. Nun habe ich rein metallische, mittels Hahn abfeuernde Pistole, die fast so wie Pistole in voller Größe schießt, phänomenal genau und 100% zuverlässig mit egal was ist, was in die Patronenkammer hineinpasst. Der Vorteil der kleinen Erhöhung des Gewichtes gegenüber Pistolen mit Rahmen aus Kunststoff ist sofort nach dem ersten Magazin offensichtlich. Der DA-Modus des Abzugs ist die Wahl, die ich für Pistole bevorzuge, weil er mir das sichere Tragen und Schießen im Revolverstyl mit erstem langem Gang und anschließend angenehmen Abzug im SA-Modus gewährt. Die ursprünglichen Abzüge haben kontinuierlichen Gang mit Combat-Abzugswiderstand und -weg, aber die Arbeit, die CZ Custom durchführt, ist ein Wunder und macht den Übergang aus dem DA-Modus in den SA-Modus beinahe unmerkbar. Jeder, der aus dieser Pistole schoss, bis zum letzten Mann (und 3 Frauen), äußerten sich besonders dazu, welch einen „sanften“ Abzug diese Waffe hat und wie sie für so kleine Pistole ohne größere Stöße schießt.

 

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CZ 2075 RAMI besitzt eine Menge der Leistungsfähigkeit einer großen Waffe in kleinem Packet für verdecktes Tragen. Falls sie sich nach extrem zuverlässiger präziser Waffe in subkompakter Größe umtun, aus der man gut schießt, dann ist diese bestimmt beachtungswert. Ich benutze diese Waffe zum Unterricht und zur Ausbildung und sie schützt überall auch mich und meine Familie … muss ich noch etwas sagen?!

 

 

Autor: Mike Pannone

Quelle: www.defensereview.com/cz-2075-rami-big-gun-performance-in-a-sub-compact-dasa-9mm-40-sw-pistol/